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Messerangriffe in Schulen

Schon Grundschüler gehen auf ihre Lehrer los.
Verletzen diese, dürfen sich aber nicht wehren.
Und unter 14Jahren haben die Kinder Narrenfreiheit. Und von den Eltern hat man gar nichts zu erwarten. Hier läuft einiges falsch. Wird aber meist vertuscht und runter gespielt
 
Das Problem sind die Eltern und m.E. sind Social Media das Grundübel. Von den Eltern gibts keine Erziehung, es werden keine Grenzen gesetzt und in den Social Media gibts Challenges. Es werden 13jährige Killer für einen Job angeheuert, und die Kids wollen reich und berühmt werden. Das kann nicht gut gehen. Einige Länder gehen da mit einem Socia-Media-Verbot IMHO den richtigen Weg.
 
Die Nachricht über den tragischen Messerangriff an einer Schule in Polen erschüttert uns alle.

Solche Ereignisse machen betroffen und das wirft eine schwierige Frage auf:
Wie verhalte ich mich, wenn ich selbst plötzlich betroffen bin? Gerade wir Schulhausmeister, Schulsekretärinnen und technische Schulassistenten fühlen uns oft verantwortlich.

Der erste Gedanke ist schnell: Ich muss helfen. Dieser Impuls ist zutiefst menschlich.
Ich kenne ihn nur zu gut. Ich habe mich selbst schon mehrfach in gefährliche Situationen gebracht, weil ich helfen wollte.
Mehr als einmal habe ich dabei auch was auf die Nase bekommen. Bisher ist es immer irgendwie glimpflich ausgegangen.

Aber mir ist klar, das hätte auch anders enden können. Ein einziger Messerstich, ein Schlag, und das Leben ist vorbei oder für immer gezeichnet. Und wenn ich ehrlich bin, ich fürchte, ich würde beim nächsten Mal wieder instinktiv eingreifen.

Aber ist das wirklich richtig? Es wird aus meiner Sicht viel zu wenig über diese Fragen gesprochen. Wie können wir helfen, ohne selbst zum Opfer zu werden? Selbstschutz hat Vorrang. Nicht, weil wir wegsehen sollen, sondern weil niemandem geholfen ist, wenn aus einem Helfenden ein weiteres Opfer wird.

Entscheidend ist, besonnen und strukturiert zu handeln. Sich in Sicherheit bringen, andere warnen, Notruf 110, beobachten, Informationen weitergeben, Erste Hilfe leisten, aber erst, wenn es sicher ist.

Genau deshalb möchte ich dieses Thema hier bewusst zur Diskussion stellen. Nicht, weil ich fertige Antworten habe, sondern weil ich glaube, dass wir gemeinsam darüber nachdenken sollten.

Gibt es sinnvolle Schulungen, Deeskalationstrainings oder Verhaltensseminare, die uns helfen können, richtig zu helfen?

Nicht wegschauen, sondern richtig helfen, ohne unüberlegt zu handeln, ohne unser eigenes Leben zu riskieren.

Ich würde mich über eure Erfahrungen, Meinungen und Denkanstöße freuen.


Hier noch mal der Artikel:
 
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Ergänzung zu meinem vorherigen Beitrag



Liebe Kolleginnen und Kollegen,
ich habe mich mit dem Thema Gewaltprävention, Deeskalation und Eigenschutz noch einmal intensiver beschäftigt und nach konkreten Schulungs- und Fortbildungsmöglichkeiten gesucht.

Dabei habe ich einige interessante Angebote gefunden, die ich gerne mit euch teilen möchte.
Mir ist wichtig, dass wir nicht nur über Gewalt sprechen, wenn bereits etwas passiert ist. Wir sollten uns frühzeitig damit auseinandersetzen, wie wir gefährliche Situationen erkennen, Konflikte entschärfen und uns selbst und andere schützen können.

Das betrifft nicht nur Lehrkräfte, sondern ausdrücklich auch Schulhausmeisterinnen und Schulhausmeister, Schulsekretariate, technische Schulassistenzen, Erzieherinnen und Erzieher sowie weitere Beschäftigte an Schulen und im öffentlichen Dienst.

Welche Angebote gibt es?

1. Unfallkasse NRW – Gewaltprävention und Deeskalation
Die Unfallkasse NRW bietet Informationen und Seminare zur Gewaltprävention an. Dazu gehören unter anderem:

* Gewaltprävention in Verwaltungen

* Ausbildung zum Deeskalationstrainer

* Deeskalation und Vermeidung von Übergriffen

* Schulische Gewaltprävention

Hier lohnt es sich, beim zuständigen Unfallversicherungsträger nach geeigneten Fortbildungen zu fragen.

Unfallkasse-nrw.de: Gewalt


2. Kommunales Bildungswerk – Gewalt in der öffentlichen Verwaltung
Das Kommunale Bildungswerk bietet ein Seminar mit dem Titel „Gewalt in der öffentlichen Verwaltung – Sicherheitskonzepte, Gefährdungsbeurteilungen, Deeskalationsstrategien“ an.

Behandelt werden unter anderem Konfliktvermeidung, der Umgang mit aggressiven Menschen, Deeskalation und Schutzmaßnahmen.

Nächster veröffentlichter Termin: 26. und 27. November 2026 in Berlin.
Kosten: 395 Euro. Auch Inhouse-Schulungen können angefragt werden.


Gewalt in der öffentlichen Verwaltung - … - Seminar

3. DGUV – Gewaltprävention am Arbeitsplatz

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung stellt Informationen zur Verfügung, wie Arbeitgeber Gewaltgefahren erkennen und geeignete Schutzmaßnahmen entwickeln können.
Dazu gehören Gefährdungsbeurteilungen, organisatorische Maßnahmen, Alarmierungsmöglichkeiten und die Vorbereitung der Beschäftigten auf kritische Situationen.

Gefährdungsbeurteilung zur Gewaltprävention nutzen


4. Präventionsnetzwerk #sicherimDienst NRW
Eine weitere interessante Anlaufstelle ist das landesweite Präventionsnetzwerk #sicherimDienst.
Hier geht es um den Schutz von Beschäftigten im öffentlichen Dienst vor Gewalt und Übergriffen.

Sicher im Dienst | #sicherimDienst

Auch dort könnte man nach geeigneten Ansprechpartnern, Schulungskonzepten und Erfahrungen anderer Einrichtungen fragen.

Meine Bitte an Schulleitungen und Schulträger
Ich würde mir wünschen, dass sich auch die Verantwortlichen bei den Schulträgern und die jeweiligen Vorgesetzten intensiver mit diesem Thema beschäftigen.
Es wäre sinnvoll, geeignete Schulungen zu prüfen, Fortbildungen zu ermöglichen und gegebenenfalls gemeinsame Veranstaltungen für verschiedene Beschäftigtengruppen anzubieten.
Dabei sollte es nicht nur um theoretische Vorträge gehen. Besonders hilfreich wären praktische Übungen mit realistischen Situationen aus unserem Schulalltag.

Denn es macht einen Unterschied, ob man nur darüber spricht, wie man sich bei einem aggressiven Menschen verhalten sollte, oder ob man solche Situationen unter fachkundiger Anleitung tatsächlich trainiert.

Gewaltprävention und Eigenschutz sollten aus meiner Sicht fester Bestandteil des betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutzes sein.
Gemeinsam Erfahrungen und Informationen sammeln

Vielleicht gibt es unter euch bereits Kolleginnen und Kollegen, die an einem Deeskalationstraining, einem Selbstschutzseminar oder einer Schulung zur Gewaltprävention teilgenommen haben.

Mich würden eure Erfahrungen sehr interessieren!

Kennt ihr weitere Anbieter, Polizeidienststellen, Bildungseinrichtungen oder Organisationen, die entsprechende Schulungen durchführen?
Gibt es bei euren Schulträgern bereits Fortbildungsangebote für Schulhausmeister oder andere nicht pädagogische Beschäftigte?
Und vielleicht haben wir sogar Kolleginnen oder Kollegen im Forum, die solche Schulungen bereits erfolgreich bei ihren Vorgesetzten angeregt haben.

Bitte teilt eure Erfahrungen, Ansprechpartner und möglichst auch entsprechende Internetlinks hier im Forum.
Ich halte es für ausgesprochen wichtig, dass wir solche Informationen schnell und möglichst breit miteinander teilen.
Denn möglicherweise können wir durch eine rechtzeitige Schulung, eine bessere Vorbereitung oder das richtige Verhalten in einer kritischen Situation verhindern, dass Menschen verletzt werden.

Es geht dabei nicht darum, jemanden zum Helden auszubilden oder Beschäftigte dazu zu ermutigen, sich einem bewaffneten Täter entgegenzustellen.
Gefahren frühzeitig zu erkennen, Konflikte möglichst zu entschärfen, andere zu warnen, Hilfe zu organisieren und sich selbst zu schützen.

Jedes Gewaltopfer ist eines zu viel. Und jede Gewalttat, die wir durch Prävention verhindern können, ist ein Erfolg.
Lasst uns deshalb nicht erst dann über Gewaltprävention sprechen, wenn etwas Schlimmes passiert ist.

Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass aus Hilfsbereitschaft keine zusätzliche Gefährdung wird.

Mir ist außerdem wichtig, dass wir auch die Erste Hilfe nicht vergessen.
Was nützt das ganze Wissen zur Gefahrenvermeidung, wenn wir anschließend nicht in der Lage sind, fachkundig zu helfen. Deshalb sollten wir darauf achten, dass unsere Erste-Hilfe-Kenntnisse aktuell sind. Verbandskästen vollständig und nicht abgelaufen und ob überhaupt geeignetes Material für schwere Blutungen vorhanden ist.

Auch hier sind ausgebildete Ersthelfer wichtig. Wissen muss regelmäßig aufgefrischt und geübt werden. Mein Wunsch wäre, dass Gewaltprävention und Eigenschutz und Erste Hilfe zusammengedacht werden. Nicht wegschauen, sondern vorbereitet sein. Jedes Menschenleben zählt.

Ich freue mich auf eure Rückmeldungen und weitere Hinweise.
 
Zuletzt bearbeitet:
Moin Jörg!
Danke daß Du diese ganzen Angebote aufgelistet hast! Solche Trainings nützen leider auf lange Sicht im stressigen Alltag wenig wenn sie nicht regelmäßig wiederholt werden. In England z.B. wird an Schulen regelmäßig mehrmals im Schuljahr das Verhalten im Terror- oder Amokfall trainiert. Ich darf zwar Evakuierung, nicht aber Amokalarm üben, damit keine Kinderseelen traumatisiert werden.
Ich kenne das aus meiner Zeit als Tauchausbilder-das Einzige was hilft ist Üben, Üben. Üben. Das erzeugt Routine und das Gefühl, die Situation irgendwie bewältigen zu können. Aber auch das ist müßig wenn es, wie an meiner Schule, nichtmal eine Durchsageanlage gibt.
Ob man versucht einzugreifen ist eine Frage der Persönlichkeit und impulsiv gesteuert. Fight or flight ist die Frage. Da kann man drüber nachdenken. Ich war in vielen gefährlichen Situationen, und jede war anders.
Es ist gut hier darüber zu reden.
Grüße
Myford
 
Moin Myford,

erst einmal vielen Dank, dass Du Dich an der Diskussion beteiligst und Deine persönlichen Erfahrungen mit uns teilst!

Du hast vollkommen recht: Üben, üben und nochmals üben! Gerade Deine Erfahrungen als Tauchausbilder zeigen ja, wie wichtig es ist, bestimmte Abläufe so oft zu trainieren, dass man auch in Stresssituationen möglichst sicher und überlegt handeln kann.

Leider fehlt im Schulalltag häufig die Zeit, manchmal aber auch einfach die Idee, wie man solche Übungen sinnvoll und praxisnah umsetzen könnte.

Deshalb bin ich der Meinung, dass regelmäßige Fort- und Weiterbildungen sowie Auffrischungsschulungen ein guter Ansatz wären. Natürlich ist das auch keine Garantie und schon gar nicht die alleinige Lösung. Aber es wäre zumindest ein wichtiger Schritt, um besser vorbereitet zu sein.

Auch Deinen Hinweis auf die fehlende Durchsageanlage finde ich wichtig. Was nützen die besten Notfallpläne, wenn schon die technischen Voraussetzungen fehlen, um im Ernstfall alle rechtzeitig zu warnen?

Vielleicht sollten wir genau darüber noch viel häufiger sprechen: Was können wir tatsächlich umsetzen, was fehlt uns und wo müssen unsere Arbeitgeber beziehungsweise Schulträger aktiv werden?

Denn eines ist klar: Sicherheit entsteht nicht allein durch einen Notfallplan, der irgendwo im Ordner liegt. Man muss auch wissen, was darin steht und wie man im Ernstfall handelt.

Danke Dir nochmals für Deinen Beitrag! Genau für diesen Erfahrungsaustausch ist unser Forum da.
 
Aber auch das ist müßig wenn es, wie an meiner Schule, nichtmal eine Durchsageanlage gibt.

Nach Vorfällen, vor allem auch in Ludwigshafen 2010 wurden bei uns in der Stadt an allen, zumindest weiterführenden Schulen, Amokalarm Melder und Lautsprecher /Klingelanlage installiert. Der Lautsprecher im Klassenraum hat nun verschiedene Funktionen. Feuer-, Amokalarm, Klingelzeichen aber auch Durchsagen...
Amokalarm Knöpfe wurden auf berechtigter Kritik aus den Fluren verbannt.
Feuermelder
und Amokalarm Knopf kaum 1-2 m nebeneinander könnte für Straftaten mißbraucht werden.
 
Hallo alle miteinander,
genau letzte Woche hatte ich ein Gespräch mit meiner Schulleitung über das Abschließen von Außentüren zur Verhinderung von unbefugten Zutritt von Fremdpersonen.
Der Vorschlag dass alle Beschäftigten der Schule hinter sich die Türen wieder per Chip zuschließen, konnte ich nur mit einem Lächeln quittieren. Das wird erfahrungsgemäß so nicht funktionieren. Alle Türen sind mit Klinke Klinke ausgestattet und wir wissen alle dass die Bequemlichkeit irgendwann wieder siegt. Wie sieht es denn eigentlich mit Schulbaurichtlinien aus? Ist dort irgendwo, Bundesländer übergreifend, festgelegt welche baulichen Maßnahmen zwingend erforderlich sind. Wie ist es bei euch. Werden alle Außentüren während des Unterrichtes abgeschlossen, händisch, mechanisch oder elektrisch?
Nach jedem Amoklauf z.B in Erfurt und jetzt in Polen gibt es immer wieder einen großen Aufschrei. Wenn es dann aber um Verhinderung solcher Taten geht ist dann meistens kein Geld da. Da würde ich doch gerne mit Gesetzestext oder Vorschriften argumentieren.
 
Zumindest an meiner Letzten Schule waren die Türen während der Türen offen. Ja jeder kann über mehrere Außentüren ins Gebäude gelangen.
Ich sehe es aber kommen, das irgendwo in der Zukunft Sicherheitsdienste die Schulen bewachen.
 
Hallo zusammen,

erst einmal vielen Dank für eure Beiträge! Genau so habe ich mir diese Diskussion vorgestellt. Erfahrungen austauschen, Probleme ansprechen und gemeinsam nach Lösungen suchen.

Besonders die Hinweise auf fehlende Durchsageanlagen, ungesicherte Außentüren und die Ausstattung unserer Klassenräume finde ich wichtig.

Ich habe deshalb noch einmal recherchiert, welche technischen Möglichkeiten es gibt, was bereits umgesetzt wird und welche Vorschriften beziehungsweise Empfehlungen dazu existieren.

1. ELA-Anlagen – warum eine normale Schulklingel nicht unbedingt ausreicht​

Viele Schulen verfügen über eine klassische Klingelanlage. Damit werden Unterrichtsbeginn, Pausen und teilweise auch der Feueralarm signalisiert.

Aber was passiert bei einem bewaffneten Angriff?

Ein einfacher Alarmton sagt zunächst einmal nicht, welche Gefahr besteht und wie sich die Menschen verhalten sollen.

Bei einem Brand kann die Räumung des Gebäudes erforderlich sein. Bei einer Gewalttat kann dagegen das Verbleiben in einem geschützten Raum die richtige Maßnahme sein.

Deshalb halte ich verständliche Klartextdurchsagen und eindeutig unterscheidbare Alarmierungsarten für besonders wichtig.

Eine geeignete Alarmierungsanlage könnte beispielsweise verschiedene Gefahrenmeldungen und abgestimmte Handlungsanweisungen übertragen.

Dabei müssen Sprachverständlichkeit, ausreichende Hörbarkeit, Ausfallsicherheit, Energieversorgung, Bedienberechtigungen und die erforderlichen Alarmierungsbereiche fachgerecht geplant werden.

Eine gewöhnliche ELA-Anlage ist allerdings nicht automatisch eine normgerechte Sprachalarmanlage (SAA).

Interessant ist hierzu der BHE-Leitfaden „Beschallung durch Sprachalarmierung in Schulen – Leitfaden zur Entscheidungsfindung“, der 2026 veröffentlicht wurde.

Er richtet sich ausdrücklich auch an Kommunen, Planer und Verantwortliche für Schulgebäude.

2. Amokalarm – gibt es bereits verbindliche Regelungen?​

Ja, es gibt konkrete landesrechtliche Regelungen.

Ein Beispiel ist Baden-Württemberg. Dort behandelt die Verwaltungsvorschrift über das Verhalten an Schulen bei Notfällen und Krisenereignissen ausdrücklich Alarmierungsanlagen.

Darin wird unter anderem empfohlen, bei vorhandener Beschallungsanlage möglichst Klartextdurchsagen mit Angaben zur Gefahrenart und konkreten Verhaltensanweisungen zu verwenden.

Das zeigt: Die Diskussion über Klartextalarmierung ist keineswegs neu. Es gibt bereits fachliche und behördliche Grundlagen.

Allerdings lässt sich daraus keine bundesweite Verpflichtung ableiten, sämtliche Schulen mit derselben Sprachalarmtechnik auszustatten.

Meine Frage wäre deshalb: Warum prüfen wir nicht systematisch, welche Möglichkeiten unsere vorhandenen Klingel- und ELA-Anlagen bereits bieten und wo Nachrüstungen sinnvoll wären?

Natürlich gehören solche Maßnahmen in ein mit Schulträger, Schulleitung, Polizei und gegebenenfalls Feuerwehr abgestimmtes Sicherheitskonzept.

3. Klassenraumtüren – außen Klinke oder Knauf?​

Auch diesen Punkt finde ich ausgesprochen interessant.

Viele Klassenraumtüren haben außen und innen eine normale Türklinke.

Bei einer Bedrohung stellt sich damit die Frage, ob und wie sich ein Klassenraum schnell von innen sichern lässt.

Es gibt unterschiedliche technische Möglichkeiten:

  • Türen mit einer von innen bedienbaren Verriegelung.
  • Geeignete Sicherheits- beziehungsweise Amokschutzbeschläge.
  • Türlösungen mit außenliegendem Knauf statt frei betätig barer Klinke.
  • Schließsysteme, die den Zutritt von außen beschränken und gleichzeitig das sichere Verlassen des Raumes ermöglichen.
Aber Achtung: Ein Knauf allein macht eine Tür noch nicht zu einer geeigneten Amokschutztür.

Entscheidend sind das gesamte Türsystem, die Verriegelungsmöglichkeit, die Fluchtfunktion und die tatsächliche Nutzung im Schulalltag.

Auch hier gibt es bereits konkrete Umsetzungsbeispiele.

In einem kommunalen Ausstattungsstandard für Schulen aus dem Jahr 2025 wird für Unterrichtsräume eine beidseitige Drückergarnitur mit zusätzlicher Verriegelungsmöglichkeit von innen vorgesehen. Für bestimmte andere Räume werden außenliegende Knäufe beschrieben.

Außerdem werden dort Verglasungen an Klassenraumtüren aus Gründen der Amokprävention eingeschränkt.

Das zeigt, dass sich Kommunen mit diesen Fragen bereits sehr konkret beschäftigen.

Eine allgemeine bundesweite Pflicht, Klassenraumtüren außen ohne Klinke auszuführen, konnte ich dagegen nicht feststellen.

Und genau deshalb sollte man nicht einfach eigenmächtig Türbeschläge austauschen. Brandschutz, Fluchtwegsicherheit, Barrierefreiheit und das genehmigte Sicherheitskonzept müssen berücksichtigt werden.

4. Außentüren – Zutrittskontrolle statt ständiges Abschließen?​

Didanig hat einen wichtigen Punkt angesprochen: Wenn Beschäftigte jede Außentür nach dem Durchgehen selbst wieder abschließen sollen, wird das im Alltag vermutlich nicht dauerhaft zuverlässig funktionieren.

Technisch gibt es dafür längst andere Lösungen.

Beispielsweise elektronische Zutrittskontrollen, selbst verriegelnde Türsysteme oder geeignete Fluchttürbeschläge.

Auch die Polizeiliche Kriminalprävention beschäftigt sich ausdrücklich mit dem Schutz von Schulen und empfiehlt, Zutrittssicherung, Einbruchschutz und Fluchtwegsicherheit gemeinsam zu betrachten.

Ein wichtiger Grundsatz bleibt:

Eine Tür darf den Zutritt von außen erschweren, aber Menschen im Gebäude nicht an einer notwendigen Flucht hindern.

Ob eine Tür während des Schulbetriebs verschlossen werden darf und wie sie ausgeführt sein muss, hängt von ihrer Funktion, dem Brandschutzkonzept und den geltenden Vorschriften ab.

5. Was können wir konkret tun?​

Ich würde mir wünschen, dass wir solche Fragen nicht erst nach einem schweren Vorfall stellen.

Vielleicht wäre es sinnvoll, wenn Schulträger gemeinsam mit Schulleitungen, Fachplanern, Brandschutzverantwortlichen und den kriminalpolizeilichen Beratungsstellen ihre Gebäude überprüfen.

Dabei könnten beispielsweise folgende Fragen geklärt werden:

  • Erreichen Alarmmeldungen wirklich alle Klassenräume, Flure, Sporthallen und Nebenbereiche?
  • Können unterschiedliche Gefahrenlagen eindeutig und verständlich kommuniziert werden?
  • Lassen sich Klassenräume im Bedrohungsfall sicher von innen schützen?
  • Ist der Zutritt zum Schulgebäude ausreichend geregelt?
  • Kennen alle Beschäftigten die Alarmierungsabläufe?
  • Werden Technik und Abläufe regelmäßig überprüft und geübt?

Und jetzt seid ihr gefragt!​

Mich würde besonders interessieren, wie das bei euch umgesetzt wurde.

Habt ihr bereits Klartextalarmierungen oder besondere Amokalarmfunktionen? Wurden Klassenraumtüren umgerüstet? Gibt es außen Knäufe oder spezielle Sicherheitsbeschläge? Welche Lösungen haben sich bewährt?

Vielleicht können wir hier Beispiele sammeln, die andere Kollegen ihren Schulleitungen und Schulträgern vorstellen können.

Denn Sicherheit sollte nicht davon abhängen, ob gerade zufällig Geld im Haushalt übrig ist oder ob erst etwas Schlimmes passieren muss.

Sicherheit beginnt nicht erst beim Alarm. Sie beginnt bei der Planung, bei der Technik und bei den Menschen, die damit täglich arbeiten.

Viele Grüße
Jörg
Moderator im Schulhausmeisterforum

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Quellen​

1. BHE – Beschallung durch Sprachalarmierung in Schulen (Leitfaden 07/2026). Besonders relevant für ELA, SAA, Planung und Alarmierung.

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BHE


2. Baden-Württemberg – Verwaltungsvorschrift Krisenereignisse an Schulen. Abschnitt 4.3 behandelt Alarmierung, Signale und Klartextdurchsagen.

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gültig ab 01.04.2024


3. DKE – DIN VDE 0833-4:2024-06. Technische Norm zur Sprachalarmierung im Brandfall; nicht automatisch eine allgemeine Amokalarm-Pflicht.

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DKE


4. Polizeiliche Kriminalprävention – Sicherheit an Schulen. Empfehlungen zu Zutrittssicherung, Fluchttüren und Amokschutz.

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Polizei-Beratung


5. Unfallkasse Hessen – Krisenmanagement an Schulen. Vorbereitung des Schulpersonals auf schwere Gefahrenlagen.

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Ihre gesetzliche Unfallversicherung


6. Unfallkasse Berlin – Brandschutz und Alarmierung. Anforderungen und Hinweise zur Hörbarkeit, Alarmierung und regelmäßigen Unterweisung.

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Unfallkasse Berlin
 
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