Praktische Hilfsmittel für die kalte Jahreszeit – mit Vor- und Nachteilen sowie wichtigen Hinweisen zu Arbeitsschutz, elektrischer Sicherheit und Zuständigkeiten.
Wenn im Herbst die Temperaturen sinken, beginnt in vielen Schulen ein bekanntes Problem: Während die Heizungsanlage bereits läuft, bleibt es an manchen Arbeitsplätzen trotzdem unangenehm kühl.
Besonders in älteren Schulgebäuden können hohe Räume, schlecht gedämmte Außenwände, ältere Fenster, Zugluft und ungünstig angeordnete Heizkörper dafür sorgen, dass die Wärme nicht überall gleichmäßig ankommt.
Gerade im Schulsekretariat kann das unangenehm werden. Hier sitzen die Beschäftigten oft über längere Zeit am Schreibtisch, bearbeiten Schülerdaten, telefonieren mit Eltern, organisieren Termine und erledigen Verwaltungsaufgaben. Anders als beispielsweise beim Hausmeisterdienst entsteht dabei durch körperliche Bewegung kaum zusätzliche Wärme.
Die Folge: kalte Füße, kühle Beine und ein insgesamt unangenehmes Temperaturempfinden – selbst dann, wenn das Raumthermometer eigentlich eine ausreichende Temperatur anzeigt.
Mittlerweile gibt es verschiedene elektrische Wärmeprodukte, die gezielt am Arbeitsplatz eingesetzt werden können. Dazu gehören Infrarotheizungen unter dem Schreibtisch, freistehende Heizpaneele, beheizbare Sitzkissen, Wärmedecken und sogar beheizbare Kleidungsstücke.
Doch welche Lösungen sind sinnvoll? Wo liegen die Vor- und Nachteile? Und was ist beim Einsatz in einer Schule überhaupt erlaubt?
Für Arbeitsräume gelten in Deutschland die Arbeitsstättenverordnung und die Technischen Regeln für Arbeitsstätten, insbesondere die ASR A3.5 „Raumtemperatur“.
Bei überwiegend sitzenden, leichten Tätigkeiten, wie sie typischerweise im Schulsekretariat ausgeübt werden, beträgt die erforderliche Mindestlufttemperatur grundsätzlich 20 °C.
Das bedeutet: Eine zusätzliche Heizung unter dem Schreibtisch darf nicht einfach als Ersatz für eine unzureichende Raumheizung betrachtet werden.
Wenn die vorgeschriebene Raumtemperatur nicht erreicht wird, ist zunächst die Ursache zu prüfen. Möglicherweise müssen die Heizungsanlage, die Regelung, die Wärmeverteilung oder bauliche Mängel untersucht werden.
Aber auch bei ausreichender Raumtemperatur können Zugluft, kalte Fußböden und die individuelle Wärmeempfindung eine Rolle spielen. Hier können zusätzliche Wärmeprodukte gegebenenfalls den Komfort verbessern.
Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen der erforderlichen Raumtemperatur und einer zusätzlichen, individuellen Wärmequelle.
Im Gegensatz zu einem klassischen Heizlüfter arbeiten viele dieser Geräte geräuschlos und ohne Gebläse. Allerdings können die Heizflächen hohe Temperaturen erreichen.
Die folgenden Modelle zeigen unterschiedliche technische Lösungen. Die Nennung dient ausschließlich der sachlichen Produktinformation.
VASNER iTab – selbstklebende Untertischheizung
Die 150-Watt-Heizplatte wird mit einer selbstklebenden Rückseite unter der Tischplatte befestigt. Sie misst etwa 60 × 30 cm und verfügt über einen Drehregler und einen integrierten Überhitzungsschutz.
Vorteile: Platzsparend, keine Bohrungen, geräuschlos, individuell regulierbar.
Nachteile: Die Heizfläche kann laut Hersteller bis etwa 80 °C erreichen. Die Eignung der Tischplatte und die dauerhaft sichere Befestigung müssen geprüft werden. Die Klebeverbindung kann außerdem die spätere Demontage erschweren.
Herstellerinformationen
VASNER SHOP
Thermo – Infrarot-Wärmeplatte
Eine flache Wärmeplatte mit etwa 150 Watt Leistung und 60 × 30 cm Größe, die ebenfalls für die Befestigung unter geeigneten Tischplatten vorgesehen ist.
Vorteile: Unauffällige Montage, geringer Platzbedarf, gezielte Wärmezufuhr.
Nachteile: Fester Montageort, Abhängigkeit von geeigneter Befestigungsfläche, mögliche thermische Belastung der Tischunterseite. Die Einhaltung der Herstellerabstände ist wichtig.
Produktinformationen
Vitramo Schreibtisch-Heizelement VL-T07057W
Ein spezielles elektrisches Heizelement für die Verwendung im Schreibtischbereich.
Vorteile: Für eine definierte lokale Wärmeanwendung vorgesehen, als Alternative zu universellen Heizpaneelen interessant.
Nachteile: Höherer Anschaffungspreis. Montageart, Regelung, erforderliches Zubehör und die konkrete Eignung für den jeweiligen Schreibtisch müssen anhand der aktuellen Herstellerunterlagen geprüft werden.
Angebotsbeispiel: 300,48 €
Herschel Select – freistehende Infrarotheizung
Dieses Gerät wird unter den Schreibtisch gestellt und ist speziell für die Wärmeversorgung im Bein- und Fußbereich vorgesehen. Die Bedienung erfolgt über einen Fußschalter, optional ist eine App-Steuerung möglich.
Vorteile: Keine feste Montage an der Tischplatte, bei Arbeitsplatzwechsel versetzbar, gezielte Wärmeabgabe.
Nachteile: Benötigt Stellfläche und muss standsicher aufgestellt werden. Kabel, Beinfreiheit und Abstand zu brennbaren Gegenständen sind zu beachten. Bei WLAN-Funktionen kann zusätzlich eine IT-Freigabe erforderlich sein.
Herstellerinformationen
Infrarot unter Schreibtischheizung
Magnetisch befestigte Heizpaneele
Sie lassen sich an geeigneten metallischen Flächen anbringen.
Vorteil: Keine Klebereste oder Bohrungen.
Nachteil: Nur bei passender Konstruktion und ausreichender Haltekraft verwendbar.
Faltbare Fußraumheizungen
Mehrseitige Heizmatten umgeben den Beinbereich, teilweise mit beheizter Bodenfläche.
Vorteil: Wärme von mehreren Seiten.
Nachteil: Platzbedarf, mögliche Stolperstellen und unterschiedliche Sicherheitsqualität je nach Produkt.
Bei allen genannten Bauarten gilt: Ein Produkt, das für das Homeoffice angeboten wird, ist nicht automatisch für die dienstliche Verwendung in einer Schule freigegeben.
Diese Geräte arbeiten häufig mit Akkus. Dadurch ist während der Nutzung nicht zwingend ein Stromkabel am Arbeitsplatz erforderlich.
Ein bekannter Hersteller ist Stoov. Das Sortiment umfasst verschiedene beheizbare Kissen, Sitzauflagen und Decken. Die folgenden Modelle sind Beispiele für mögliche Anwendungen im Schulsekretariat.
Cordless Heated Cushions & Blankets
+1
Stoov® Big Hug³ Sitzwärmer Wollig Base
Eine akkubetriebene Wärmeauflage für Sitzfläche und Rückenlehne. Sie kann auf einem geeigneten Bürostuhl verwendet werden.
Vorteile: Gezielte Wärme an Rücken und Sitzfläche, kein dauerhaftes Netzkabel während des Akkubetriebs, mehrere Wärmestufen.
Nachteile: Akku muss geladen werden, begrenzte Betriebsdauer, zusätzlicher Pflege- und Reinigungsaufwand. Außerdem muss die Auflage zur Stuhlform passen und darf die sichere Sitzhaltung nicht beeinträchtigen.
Angebotsbeispiel: 129,95 €
Stoov® Ploov³ 45x45 Wärmekissen
Ein akkubetriebenes Wärmekissen, das beispielsweise im unteren Rückenbereich verwendet werden kann.
Vorteile: Flexibel positionierbar, leicht versetzbar und ohne feste Montage nutzbar.
Nachteile: Keine gleichmäßige Erwärmung des gesamten Körpers, begrenzte Akkulaufzeit und mögliche Veränderung der ergonomischen Rückenabstützung.
Angebotsbeispiel: 99,95 €
Stoov Kokoon – beheizbarer Schulterwärmer
Ein tragbarer Wärmeumhang für den Hals- und Schulterbereich.
Vorteile: Keine Montage, Bewegungsfreiheit im Sitzen, Wärme im Schulterbereich.
Nachteile: Kann bei häufigem Aufstehen oder beim Arbeiten mit Unterlagen stören. Akkubetrieb und Reinigung sind zu berücksichtigen.
Herstellersortiment
Cordless Heated Cushions & Blankets
Stoov Huge Hug – beheizbare Decke
Eine größere akkubetriebene Wärmedecke für die persönliche Wärmezufuhr.
Vorteile: Großflächige Wärme, flexibel verwendbar, kein fester Einbau erforderlich.
Nachteile: Im laufenden Sekretariatsbetrieb weniger praktisch, da häufiges Aufstehen, Stuhlrollen und die Bewegung am Arbeitsplatz eingeschränkt werden können. Herabhängende Stoffteile sind zu vermeiden.
Herstellersortiment
Cordless Heated Cushions & Blankets
Auch beheizbare Hoodies, Westen und andere Kleidungsstücke sind erhältlich. Sie verfügen meist über eingearbeitete Heizelemente und werden über Akkus oder USB-Stromquellen betrieben.
Für Beschäftigte, die häufig zwischen einem kühlen Sekretariat, Fluren und anderen Räumen wechseln, kann eine beheizbare Weste grundsätzlich eine Alternative sein.
Allerdings sind nicht alle Produkte für einen langen täglichen Einsatz am Büroarbeitsplatz geeignet. Zu beachten sind die Akkusicherheit, Wasch- und Pflegehinweise, mögliche Druckstellen durch Heizelemente sowie die Temperaturregelung.
Bei personenbezogenen Wärmeprodukten ist außerdem darauf zu achten, dass eine längere oder zu intensive Wärmeeinwirkung auf die Haut vermieden wird. Menschen mit eingeschränktem Wärmeempfinden benötigen besondere Vorsicht.
Dieser Punkt ist gerade für Schulhausmeister, Schulleitungen und Schulsekretariate wichtig.
Elektrische Wärmeprodukte sind keine gewöhnlichen Dekorationsartikel. Sie können elektrische, thermische und gegebenenfalls mechanische Gefährdungen verursachen.
Bei der dienstlichen Verwendung müssen die einschlägigen Vorgaben des Arbeitsschutzes und der elektrischen Sicherheit berücksichtigt werden.
Dazu gehören insbesondere:
DGUV Publikationen
+1
Auch ein akkubetriebenes Wärmekissen mit zugehörigem Ladegerät kann bei dienstlicher Nutzung prüf- beziehungsweise kontrollrelevant sein. Welche Prüfungen für das konkrete Produkt erforderlich sind, ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung, der Bauart und den einschlägigen Vorschriften.
Bei einer fest angeklebten oder verschraubten Untertischheizung ist die Einordnung nicht allein von der Befestigungsart abhängig. Entscheidend sind die tatsächliche Installation und Verwendung. Die zuständige Elektrofachkraft sollte die Prüfung und Einordnung festlegen.
Wichtig: Eine CE-Kennzeichnung ist keine DGUV-V3-Prüfplakette und auch kein unabhängiges Prüfsiegel. Ein GS-Zeichen oder eine unabhängige Produktzertifizierung kann ein zusätzliches Qualitätsmerkmal sein, ersetzt aber ebenfalls nicht die betrieblich erforderlichen Prüfungen.
Die Prüffristen werden durch den Arbeitgeber auf Grundlage der Gefährdungsbeurteilung festgelegt.
Die DGUV nennt für ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel im Bürobereich unter entsprechenden Voraussetzungen auch Prüffristen von bis zu zwei Jahren. Das ist jedoch keine automatische Frist für jede Schule und jedes Gerät.
Die Prüfungen sind durch entsprechend qualifizierte Personen nach den geltenden Anforderungen durchzuführen. Eine reine Sichtkontrolle durch den Hausmeister ersetzt keine erforderliche elektrische Prüfung.
DGUV Publikationen
+1
Einige Heizpaneele erreichen hohe Oberflächentemperaturen. Daher sind die Herstellerangaben zu Mindestabständen, zulässigen Untergründen und sicherem Betrieb unbedingt einzuhalten.
Besonders kritisch können unter Schreibtischen abgelegte Papierstapel, Taschen, lose Kabel, Kunststoffverkleidungen oder unmittelbar angrenzende brennbare Materialien sein.
Auch eine automatische Abschaltung oder ein Überhitzungsschutz machen ein Gerät nicht grundsätzlich ungefährlich.
Akkubetriebene Produkte wiederum benötigen geeignete Ladegeräte und einen sicheren Ladeplatz. Beschädigte oder auffällig erwärmte Akkus dürfen nicht weiterverwendet werden.
Der Stromverbrauch hängt von der Leistungsaufnahme, der Nutzungsdauer und der Temperaturregelung ab.
Eine Beispielrechnung für eine Untertischheizung mit 150 Watt:
Die Berechnung geht von einer durchgehenden Leistungsaufnahme von 150 Watt aus. Bei temperaturgeregelten Geräten kann der tatsächliche Verbrauch geringer sein.
Akkubetriebene Wärmekissen benötigen ebenfalls Energie, allerdings ist ihre Leistungsaufnahme je nach Modell unterschiedlich. Sie dienen vor allem der direkten Körperwärme und nicht der Beheizung des gesamten Raums.
Eine zusätzliche Elektroheizung spart nicht automatisch Heizenergie. Entscheidend ist, ob und in welchem Umfang dadurch tatsächlich andere Heizleistung reduziert werden kann, ohne die vorgeschriebene Raumtemperatur zu unterschreiten.
In Schulen sind die Zuständigkeiten je nach Bundesland, Schulträger und örtlicher Organisation unterschiedlich geregelt.
Grundsätzlich sollten elektrische Zusatzheizungen nicht eigenmächtig aufgestellt, angeschlossen oder an Schulmöbeln befestigt werden.
Vor einer dienstlichen Nutzung müssen die zuständigen Stellen klären, ob das Gerät zugelassen werden kann. Dazu gehören je nach Organisation Schulleitung, Arbeitgeber, Schulträger, Gebäudemanagement, Arbeitsschutz und gegebenenfalls die zuständige Elektrofachkraft.
Auch privat mitgebrachte Wärmegeräte sind nicht automatisch erlaubt.
Der Schulhausmeister kann dabei unterstützen, beispielsweise durch die Feststellung von Zugluft, die Kontrolle offensichtlicher Heizungsprobleme, die Weiterleitung einer Störmeldung oder die Abstimmung mit der zuständigen
Gebäudetechnik.
Die Freigabe elektrischer Zusatzgeräte oder die Durchführung elektrotechnischer Prüfungen gehört jedoch nicht allein aufgrund der Hausmeisterfunktion zu seinen Aufgaben. Dafür sind die jeweiligen Zuständigkeiten, Qualifikationen und Beauftragungen maßgeblich.
Welche Lösung geeignet ist, hängt von der konkreten Situation ab: Sind vor allem die Füße kalt? Fehlt Wärme am Rücken? Gibt es Zugluft? Oder erreicht die eigentliche Heizungsanlage die erforderliche Raumtemperatur nicht?
Die technische Sicherheit und die Freigabe durch die zuständigen Stellen haben dabei Vorrang.
Zusätzliche Wärmeprodukte können den Arbeitsplatz angenehmer machen. Sie ersetzen aber weder eine funktionierende Heizungsanlage noch die Verpflichtung, geeignete Arbeitsbedingungen sicherzustellen.
Und manchmal hilft schon ein genauer Blick auf die Ursache: Ein schlecht schließendes Fenster, ein falsch eingestellter Heizkörper oder eine ungünstige Arbeitsplatzanordnung lässt sich möglicherweise beheben, ohne ein weiteres Elektrogerät anzuschaffen.
Redaktioneller Hinweis: Die genannten Hersteller und Modelle dienen ausschließlich als Beispiele für unterschiedliche technische Lösungen. Es bestehen keine Werbepartnerschaften. Eine unabhängige Prüfung oder ein Praxistest der einzelnen Geräte durch das Schulhausmeisterforum ist damit nicht verbunden. Sicherheitsmerkmale beruhen auf den jeweils veröffentlichten Herstellerinformationen; ein individueller Nachweis über aktuelle Prüfzeichen oder
Zertifikate wurde nicht für jedes Modell erbracht. Stand der Recherche: Oktober 2026.
Frage an die Mitglieder des Schulhausmeisterforums:
Wie sieht es bei euch in den Schulsekretariaten aus? Gibt es im Winter Probleme mit kalten Füßen, Zugluft oder ungleichmäßigen Raumtemperaturen? Werden bei euch zusätzliche Heizgeräte, beheizbare Sitzkissen oder andere Wärmeprodukte eingesetzt? Und wie handhabt euer Schulträger die Freigabe und Prüfung solcher Geräte?
Wir freuen uns auf eure Erfahrungen und praktische Lösungen aus dem Schulalltag.
Wenn im Herbst die Temperaturen sinken, beginnt in vielen Schulen ein bekanntes Problem: Während die Heizungsanlage bereits läuft, bleibt es an manchen Arbeitsplätzen trotzdem unangenehm kühl.
Besonders in älteren Schulgebäuden können hohe Räume, schlecht gedämmte Außenwände, ältere Fenster, Zugluft und ungünstig angeordnete Heizkörper dafür sorgen, dass die Wärme nicht überall gleichmäßig ankommt.
Gerade im Schulsekretariat kann das unangenehm werden. Hier sitzen die Beschäftigten oft über längere Zeit am Schreibtisch, bearbeiten Schülerdaten, telefonieren mit Eltern, organisieren Termine und erledigen Verwaltungsaufgaben. Anders als beispielsweise beim Hausmeisterdienst entsteht dabei durch körperliche Bewegung kaum zusätzliche Wärme.
Die Folge: kalte Füße, kühle Beine und ein insgesamt unangenehmes Temperaturempfinden – selbst dann, wenn das Raumthermometer eigentlich eine ausreichende Temperatur anzeigt.
Mittlerweile gibt es verschiedene elektrische Wärmeprodukte, die gezielt am Arbeitsplatz eingesetzt werden können. Dazu gehören Infrarotheizungen unter dem Schreibtisch, freistehende Heizpaneele, beheizbare Sitzkissen, Wärmedecken und sogar beheizbare Kleidungsstücke.
Doch welche Lösungen sind sinnvoll? Wo liegen die Vor- und Nachteile? Und was ist beim Einsatz in einer Schule überhaupt erlaubt?
Für Arbeitsräume gelten in Deutschland die Arbeitsstättenverordnung und die Technischen Regeln für Arbeitsstätten, insbesondere die ASR A3.5 „Raumtemperatur“.
Bei überwiegend sitzenden, leichten Tätigkeiten, wie sie typischerweise im Schulsekretariat ausgeübt werden, beträgt die erforderliche Mindestlufttemperatur grundsätzlich 20 °C.
Das bedeutet: Eine zusätzliche Heizung unter dem Schreibtisch darf nicht einfach als Ersatz für eine unzureichende Raumheizung betrachtet werden.
Wenn die vorgeschriebene Raumtemperatur nicht erreicht wird, ist zunächst die Ursache zu prüfen. Möglicherweise müssen die Heizungsanlage, die Regelung, die Wärmeverteilung oder bauliche Mängel untersucht werden.
Aber auch bei ausreichender Raumtemperatur können Zugluft, kalte Fußböden und die individuelle Wärmeempfindung eine Rolle spielen. Hier können zusätzliche Wärmeprodukte gegebenenfalls den Komfort verbessern.
Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen der erforderlichen Raumtemperatur und einer zusätzlichen, individuellen Wärmequelle.
Eine Möglichkeit sind elektrische Infrarot-Heizpaneele. Sie erwärmen gezielt den unmittelbaren Beinbereich. Je nach Bauart werden sie unter der Tischplatte befestigt oder auf dem Boden aufgestellt.Im Gegensatz zu einem klassischen Heizlüfter arbeiten viele dieser Geräte geräuschlos und ohne Gebläse. Allerdings können die Heizflächen hohe Temperaturen erreichen.
Die folgenden Modelle zeigen unterschiedliche technische Lösungen. Die Nennung dient ausschließlich der sachlichen Produktinformation.
VASNER iTab – selbstklebende Untertischheizung
Die 150-Watt-Heizplatte wird mit einer selbstklebenden Rückseite unter der Tischplatte befestigt. Sie misst etwa 60 × 30 cm und verfügt über einen Drehregler und einen integrierten Überhitzungsschutz.
Vorteile: Platzsparend, keine Bohrungen, geräuschlos, individuell regulierbar.
Nachteile: Die Heizfläche kann laut Hersteller bis etwa 80 °C erreichen. Die Eignung der Tischplatte und die dauerhaft sichere Befestigung müssen geprüft werden. Die Klebeverbindung kann außerdem die spätere Demontage erschweren.
Herstellerinformationen
VASNER SHOP
Thermo – Infrarot-Wärmeplatte
Eine flache Wärmeplatte mit etwa 150 Watt Leistung und 60 × 30 cm Größe, die ebenfalls für die Befestigung unter geeigneten Tischplatten vorgesehen ist.
Vorteile: Unauffällige Montage, geringer Platzbedarf, gezielte Wärmezufuhr.
Nachteile: Fester Montageort, Abhängigkeit von geeigneter Befestigungsfläche, mögliche thermische Belastung der Tischunterseite. Die Einhaltung der Herstellerabstände ist wichtig.
Produktinformationen
Vitramo Schreibtisch-Heizelement VL-T07057W
Ein spezielles elektrisches Heizelement für die Verwendung im Schreibtischbereich.
Vorteile: Für eine definierte lokale Wärmeanwendung vorgesehen, als Alternative zu universellen Heizpaneelen interessant.
Nachteile: Höherer Anschaffungspreis. Montageart, Regelung, erforderliches Zubehör und die konkrete Eignung für den jeweiligen Schreibtisch müssen anhand der aktuellen Herstellerunterlagen geprüft werden.
Angebotsbeispiel: 300,48 €
Herschel Select – freistehende Infrarotheizung
Dieses Gerät wird unter den Schreibtisch gestellt und ist speziell für die Wärmeversorgung im Bein- und Fußbereich vorgesehen. Die Bedienung erfolgt über einen Fußschalter, optional ist eine App-Steuerung möglich.
Vorteile: Keine feste Montage an der Tischplatte, bei Arbeitsplatzwechsel versetzbar, gezielte Wärmeabgabe.
Nachteile: Benötigt Stellfläche und muss standsicher aufgestellt werden. Kabel, Beinfreiheit und Abstand zu brennbaren Gegenständen sind zu beachten. Bei WLAN-Funktionen kann zusätzlich eine IT-Freigabe erforderlich sein.
Herstellerinformationen
Infrarot unter Schreibtischheizung
Weitere
Magnetisch befestigte Heizpaneele
Sie lassen sich an geeigneten metallischen Flächen anbringen.
Vorteil: Keine Klebereste oder Bohrungen.
Nachteil: Nur bei passender Konstruktion und ausreichender Haltekraft verwendbar.
Faltbare Fußraumheizungen
Mehrseitige Heizmatten umgeben den Beinbereich, teilweise mit beheizter Bodenfläche.
Vorteil: Wärme von mehreren Seiten.
Nachteil: Platzbedarf, mögliche Stolperstellen und unterschiedliche Sicherheitsqualität je nach Produkt.
Bei allen genannten Bauarten gilt: Ein Produkt, das für das Homeoffice angeboten wird, ist nicht automatisch für die dienstliche Verwendung in einer Schule freigegeben.
Neben den klassischen Untertischheizungen gibt es eine zweite Produktgruppe: Wärmeprodukte, die direkt am Körper beziehungsweise am Bürostuhl eingesetzt werden.Diese Geräte arbeiten häufig mit Akkus. Dadurch ist während der Nutzung nicht zwingend ein Stromkabel am Arbeitsplatz erforderlich.
Ein bekannter Hersteller ist Stoov. Das Sortiment umfasst verschiedene beheizbare Kissen, Sitzauflagen und Decken. Die folgenden Modelle sind Beispiele für mögliche Anwendungen im Schulsekretariat.
Cordless Heated Cushions & Blankets
+1
Stoov® Big Hug³ Sitzwärmer Wollig Base
Eine akkubetriebene Wärmeauflage für Sitzfläche und Rückenlehne. Sie kann auf einem geeigneten Bürostuhl verwendet werden.
Vorteile: Gezielte Wärme an Rücken und Sitzfläche, kein dauerhaftes Netzkabel während des Akkubetriebs, mehrere Wärmestufen.
Nachteile: Akku muss geladen werden, begrenzte Betriebsdauer, zusätzlicher Pflege- und Reinigungsaufwand. Außerdem muss die Auflage zur Stuhlform passen und darf die sichere Sitzhaltung nicht beeinträchtigen.
Angebotsbeispiel: 129,95 €
Stoov® Ploov³ 45x45 Wärmekissen
Ein akkubetriebenes Wärmekissen, das beispielsweise im unteren Rückenbereich verwendet werden kann.
Vorteile: Flexibel positionierbar, leicht versetzbar und ohne feste Montage nutzbar.
Nachteile: Keine gleichmäßige Erwärmung des gesamten Körpers, begrenzte Akkulaufzeit und mögliche Veränderung der ergonomischen Rückenabstützung.
Angebotsbeispiel: 99,95 €
Stoov Kokoon – beheizbarer Schulterwärmer
Ein tragbarer Wärmeumhang für den Hals- und Schulterbereich.
Vorteile: Keine Montage, Bewegungsfreiheit im Sitzen, Wärme im Schulterbereich.
Nachteile: Kann bei häufigem Aufstehen oder beim Arbeiten mit Unterlagen stören. Akkubetrieb und Reinigung sind zu berücksichtigen.
Herstellersortiment
Cordless Heated Cushions & Blankets
Stoov Huge Hug – beheizbare Decke
Eine größere akkubetriebene Wärmedecke für die persönliche Wärmezufuhr.
Vorteile: Großflächige Wärme, flexibel verwendbar, kein fester Einbau erforderlich.
Nachteile: Im laufenden Sekretariatsbetrieb weniger praktisch, da häufiges Aufstehen, Stuhlrollen und die Bewegung am Arbeitsplatz eingeschränkt werden können. Herabhängende Stoffteile sind zu vermeiden.
Herstellersortiment
Cordless Heated Cushions & Blankets
Und
Auch beheizbare Hoodies, Westen und andere Kleidungsstücke sind erhältlich. Sie verfügen meist über eingearbeitete Heizelemente und werden über Akkus oder USB-Stromquellen betrieben.
Für Beschäftigte, die häufig zwischen einem kühlen Sekretariat, Fluren und anderen Räumen wechseln, kann eine beheizbare Weste grundsätzlich eine Alternative sein.
Allerdings sind nicht alle Produkte für einen langen täglichen Einsatz am Büroarbeitsplatz geeignet. Zu beachten sind die Akkusicherheit, Wasch- und Pflegehinweise, mögliche Druckstellen durch Heizelemente sowie die Temperaturregelung.
Bei personenbezogenen Wärmeprodukten ist außerdem darauf zu achten, dass eine längere oder zu intensive Wärmeeinwirkung auf die Haut vermieden wird. Menschen mit eingeschränktem Wärmeempfinden benötigen besondere Vorsicht.
Dieser Punkt ist gerade für Schulhausmeister, Schulleitungen und Schulsekretariate wichtig.
Elektrische Wärmeprodukte sind keine gewöhnlichen Dekorationsartikel. Sie können elektrische, thermische und gegebenenfalls mechanische Gefährdungen verursachen.
Bei der dienstlichen Verwendung müssen die einschlägigen Vorgaben des Arbeitsschutzes und der elektrischen Sicherheit berücksichtigt werden.
Dazu gehören insbesondere:
- DGUV Vorschrift 3: Elektrische Anlagen und Betriebsmittel.
- Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV): Anforderungen an die sichere Bereitstellung und Verwendung von Arbeitsmitteln.
- TRBS 1201 und TRBS 1203: Prüfungen und Anforderungen an zur Prüfung befähigte Personen.
- DGUV Information 203-071: Hinweise zur Organisation wiederkehrender Prüfungen elektrischer Anlagen und Betriebsmittel.
DGUV Publikationen
+1
Ortsveränderliche
Eine freistehende Untertischheizung mit Netzstecker ist in der Regel ein ortsveränderliches elektrisches Betriebsmittel.Auch ein akkubetriebenes Wärmekissen mit zugehörigem Ladegerät kann bei dienstlicher Nutzung prüf- beziehungsweise kontrollrelevant sein. Welche Prüfungen für das konkrete Produkt erforderlich sind, ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung, der Bauart und den einschlägigen Vorschriften.
Bei einer fest angeklebten oder verschraubten Untertischheizung ist die Einordnung nicht allein von der Befestigungsart abhängig. Entscheidend sind die tatsächliche Installation und Verwendung. Die zuständige Elektrofachkraft sollte die Prüfung und Einordnung festlegen.
Wichtig: Eine CE-Kennzeichnung ist keine DGUV-V3-Prüfplakette und auch kein unabhängiges Prüfsiegel. Ein GS-Zeichen oder eine unabhängige Produktzertifizierung kann ein zusätzliches Qualitätsmerkmal sein, ersetzt aber ebenfalls nicht die betrieblich erforderlichen Prüfungen.
Wie
Eine pauschale Aussage wie „Alle Elektrogeräte müssen einmal jährlich geprüft werden“ ist nicht richtig.Die Prüffristen werden durch den Arbeitgeber auf Grundlage der Gefährdungsbeurteilung festgelegt.
Die DGUV nennt für ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel im Bürobereich unter entsprechenden Voraussetzungen auch Prüffristen von bis zu zwei Jahren. Das ist jedoch keine automatische Frist für jede Schule und jedes Gerät.
Die Prüfungen sind durch entsprechend qualifizierte Personen nach den geltenden Anforderungen durchzuführen. Eine reine Sichtkontrolle durch den Hausmeister ersetzt keine erforderliche elektrische Prüfung.
DGUV Publikationen
+1
Worauf
Bei Heizgeräten sind nicht nur Stromschlagrisiken zu betrachten. Auch die Wärmeentwicklung selbst kann eine Gefährdung darstellen.Einige Heizpaneele erreichen hohe Oberflächentemperaturen. Daher sind die Herstellerangaben zu Mindestabständen, zulässigen Untergründen und sicherem Betrieb unbedingt einzuhalten.
Besonders kritisch können unter Schreibtischen abgelegte Papierstapel, Taschen, lose Kabel, Kunststoffverkleidungen oder unmittelbar angrenzende brennbare Materialien sein.
Auch eine automatische Abschaltung oder ein Überhitzungsschutz machen ein Gerät nicht grundsätzlich ungefährlich.
Akkubetriebene Produkte wiederum benötigen geeignete Ladegeräte und einen sicheren Ladeplatz. Beschädigte oder auffällig erwärmte Akkus dürfen nicht weiterverwendet werden.
Der Stromverbrauch hängt von der Leistungsaufnahme, der Nutzungsdauer und der Temperaturregelung ab.
Eine Beispielrechnung für eine Untertischheizung mit 150 Watt:
| Nutzung | Stromverbrauch | Stromkosten bei 0,35 €/kWh |
|---|---|---|
| 1 Stunde | 0,15 kWh | 0,05 € |
| 4 Stunden | 0,60 kWh | 0,21 € |
| 6 Stunden | 0,90 kWh | 0,32 € |
| 20 Arbeitstage à 6 Stunden | 18 kWh | 6,30 € |
Akkubetriebene Wärmekissen benötigen ebenfalls Energie, allerdings ist ihre Leistungsaufnahme je nach Modell unterschiedlich. Sie dienen vor allem der direkten Körperwärme und nicht der Beheizung des gesamten Raums.
Eine zusätzliche Elektroheizung spart nicht automatisch Heizenergie. Entscheidend ist, ob und in welchem Umfang dadurch tatsächlich andere Heizleistung reduziert werden kann, ohne die vorgeschriebene Raumtemperatur zu unterschreiten.
In Schulen sind die Zuständigkeiten je nach Bundesland, Schulträger und örtlicher Organisation unterschiedlich geregelt.
Grundsätzlich sollten elektrische Zusatzheizungen nicht eigenmächtig aufgestellt, angeschlossen oder an Schulmöbeln befestigt werden.
Vor einer dienstlichen Nutzung müssen die zuständigen Stellen klären, ob das Gerät zugelassen werden kann. Dazu gehören je nach Organisation Schulleitung, Arbeitgeber, Schulträger, Gebäudemanagement, Arbeitsschutz und gegebenenfalls die zuständige Elektrofachkraft.
Auch privat mitgebrachte Wärmegeräte sind nicht automatisch erlaubt.
Der Schulhausmeister kann dabei unterstützen, beispielsweise durch die Feststellung von Zugluft, die Kontrolle offensichtlicher Heizungsprobleme, die Weiterleitung einer Störmeldung oder die Abstimmung mit der zuständigen
Gebäudetechnik.
Die Freigabe elektrischer Zusatzgeräte oder die Durchführung elektrotechnischer Prüfungen gehört jedoch nicht allein aufgrund der Hausmeisterfunktion zu seinen Aufgaben. Dafür sind die jeweiligen Zuständigkeiten, Qualifikationen und Beauftragungen maßgeblich.
Ein Schulsekretariat ist ein Arbeitsplatz, an dem über viele Stunden konzentriert gearbeitet wird. Gerade in älteren Schulgebäuden kann das Raumklima während der Wintermonate eine Herausforderung darstellen. Untertischheizungen, beheizbare Sitzauflagen und Wärmekissen bieten unterschiedliche Möglichkeiten, zusätzliche Wärme gezielt bereitzustellen.Welche Lösung geeignet ist, hängt von der konkreten Situation ab: Sind vor allem die Füße kalt? Fehlt Wärme am Rücken? Gibt es Zugluft? Oder erreicht die eigentliche Heizungsanlage die erforderliche Raumtemperatur nicht?
Die technische Sicherheit und die Freigabe durch die zuständigen Stellen haben dabei Vorrang.
Zusätzliche Wärmeprodukte können den Arbeitsplatz angenehmer machen. Sie ersetzen aber weder eine funktionierende Heizungsanlage noch die Verpflichtung, geeignete Arbeitsbedingungen sicherzustellen.
Und manchmal hilft schon ein genauer Blick auf die Ursache: Ein schlecht schließendes Fenster, ein falsch eingestellter Heizkörper oder eine ungünstige Arbeitsplatzanordnung lässt sich möglicherweise beheben, ohne ein weiteres Elektrogerät anzuschaffen.
Quellen
Arbeitsschutz und elektrische Sicherheit- BAuA – ASR A3.5 Raumtemperatur
- DGUV Vorschrift 3 – Elektrische Anlagen und Betriebsmittel
- DGUV Information 203-071 – Organisation wiederkehrender Prüfungen
- DGUV Information 203-070 – Fachwissen für Prüfpersonen, aktualisierte Ausgabe 2026
DGUV Publikationen
- VASNER – iTab Untertischheizung
- Thermo – Infrarot-Wärmeplatte
- Herschel – Select Untertischheizung
- Stoov – Wärmeprodukte
- Stoov – Sicherheitshinweise und Schutzfunktionen
Redaktioneller Hinweis: Die genannten Hersteller und Modelle dienen ausschließlich als Beispiele für unterschiedliche technische Lösungen. Es bestehen keine Werbepartnerschaften. Eine unabhängige Prüfung oder ein Praxistest der einzelnen Geräte durch das Schulhausmeisterforum ist damit nicht verbunden. Sicherheitsmerkmale beruhen auf den jeweils veröffentlichten Herstellerinformationen; ein individueller Nachweis über aktuelle Prüfzeichen oder
Zertifikate wurde nicht für jedes Modell erbracht. Stand der Recherche: Oktober 2026.
Frage an die Mitglieder des Schulhausmeisterforums:
Wie sieht es bei euch in den Schulsekretariaten aus? Gibt es im Winter Probleme mit kalten Füßen, Zugluft oder ungleichmäßigen Raumtemperaturen? Werden bei euch zusätzliche Heizgeräte, beheizbare Sitzkissen oder andere Wärmeprodukte eingesetzt? Und wie handhabt euer Schulträger die Freigabe und Prüfung solcher Geräte?
Wir freuen uns auf eure Erfahrungen und praktische Lösungen aus dem Schulalltag.
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