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Dem Sturz von der Leiter, weil der erste Aufstieg mal wieder russisch Roulette war

Jörg

Jörg
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Der erste Aufstieg – Oder wie man sich im Namen des Termindrucks das Genick bricht​

Willkommen zurück, ihr Adrenalinjunkies der städtischen Bildungseinrichtungen! Nachdem wir im letzten Teil geklärt haben, wie man mit Teleskopleitern gekonnt Fingerkuppen verkleinert und im Treppenhaus den schiefen Turm von Pisa imitiert, widmen wir uns heute dem absoluten Klassiker des Berufsunfalls: Dem Sturz von der Leiter, weil der erste Aufstieg mal wieder russisch Roulette war.
Schauen wir uns an, was der Maschinentechnik-Meister Andreas Meyer dazu zu sagen hat – und warum die DGUV-Statistiken bei dem Thema so aussehen, als hätten wir einen Bürgerkrieg im Handwerker-Sektor.

1. Die Illusion der Sicherheit: "Das machen wir mal eben schnell so"​

Hand aufs Herz, liebe Kolleginnen und Kollegen: Wer von euch fackelt lange, wenn in der großen Pausenhalle eine Neonröhre flackert? Eben. Man schnappt sich die erstbeste Anlegeleiter, knallt sie an die glatte Wand, kontrolliert mit dem heiligen "Daumen-mal-Pi"-Blick, ob sie halbwegs steht, und will hoch.
Das Hauptproblem, das jeder Bauleiter, aber kein gestresster Hausmeister sehen will: Der erste Aufstieg.
  • Die physikalische Realität: Bevor du oben bist, um den Leiterkopf irgendwie mit einem schäbigen, modrigen Hanfseil an einem Rohrbogen festzuurren, steht die Leiter unten auf dem glatten Linoleum-Boden völlig ungesichert.
  • Die Praxis: Kollege Müller steigt zügig die ersten drei Sprossen hoch, um oben das Seil zu befestigen. In dem exakten Moment, in dem er sein Gewicht verlagert, rutscht der untere Holm weg wie eine Bananenschale auf Glatteis. Die Leiter macht einen eleganten Abgang nach hinten, Müller segelt durch die Luft und landet magisch im Aktenstapel des Rektors.
Aber hey: Im Baugewerbe und in der Schule herrscht ja Termindruck! Da hat man keine Zeit für lästige Sicherheitsvorkehrungen. Die Unfallkassen danken es jährlich mit schicken Zahlen. 2016 gab es laut DGUV glatte 12.300 Unfälle mit Leitern. Fast die Hälfte aller Absturzunfälle bei baulichen Einrichtungen in der Höhe passierte genau hier. Vermutlich dachten viele Betroffene kurz vor dem Aufschlag: „Hauptsache, wir haben fünf Minuten schneller Feierabend!“

2. Die Lösung: Leiterkopfsicherung (Weil das Leben zu kurz für Rollstühle ist)​


Da kommt der schlaue Maschinenbau-Techniker Andreas Meyer um die Ecke und erzählt uns etwas von der Leiterkopfsicherung (LeiKoSi).
Klingt im ersten Moment zu modern für die deutsche Schullandschaft, macht aber verdammt viel Sinn:
  • Der Clou: Das Ding wird im Idealfall schon am Boden an der Leiter montiert und sichert den oberen Bereich gegen seitliches und rückwärtiges Wegrutschen, bevor man überhaupt den ersten Fuß auf die unterste Sprosse setzt.
  • Kein waghalsiges Herumkrabbeln mehr mit einem Seil im Mund, während die Leiter unten ungesichert auf dem rutschigen Fliesenboden wackelt wie ein Kuhschwanz im Wind.
Der Marktvergleich (weil nicht alles Gold ist, was glänzt):
Es gibt natürlich Produkte da draußen, die schützen nur gegen das seitliche Wegrutschen, andere nur nach hinten. Wer billig kauft, kauft doppelt oder bricht sich halt doppelt so viele Knochen. Die Königsklasse sind Systeme, bei denen man die Leiter sogar in ihrer Position verändern kann, ohne die Sicherung komplett abzubauen. Das spart Zeit, Geld und vor allem den Hubschraubereinsatz der Rettungssanitäter auf dem Pausenhof.

3. Fazit: Lieber fünf Minuten länger gesichert als den Rest des Lebens im Rollstuhl​

Wenn der Schulträger beim nächsten Budget-Gespräch wieder jammert, dass so eine professionelle Leiterkopfsicherung oder moderne Ausstattung "zu teuer" ist, dann druckt ihm die DGUV-Unfallstatistik aus und legt sie ihm auf den Tisch. Ein einziger Arbeitsunfall mit gebrochenem Becken kostet die Kommune mehr als die Ausrüstung des gesamten Hausmeister-Teams mit Hightech-Absturzsicherungen.
In diesem Sinne: Erst sichern, dann klettern
 
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