Tschüss, Glühlampe!
Die Glühlampe geht endgültig in Rente: Nachdem die beliebten Leuchtmittel mit mehr als 40 Watt bereits der Vergangenheit angehören, dürfen Händler ab dem 1. September 2012 auch keine Glühlampen mit 25 und 40 Watt mehr verkaufen. Nur noch solche mit Lichtstrom von weniger als 60 Lumen (ca. 10 Watt) sind dann weiterhin auf dem Markt. Zum Abschied haben wir
ausgefallene Fakten über die Glühlampe zusammengetragen.
Wussten Sie zum Beispiel, dass Sie sich jetzt auch von der "Allgebrauchslampe" verabschieden müssen? Denn so heißt der umgangssprachlich als Glühbirne bezeichnete Leuchtkörper in der Fachsprache. Auch "Glühlampe" - die korrekte Bezeichnung - wird jetzt wohl nach und nach aus dem Wortschatz verschwinden. "Glühlicht", wie man das Leuchtmittel früher nannte, hat dieses Schicksal bereits ereilt.
Die Kleinste und die Größte
Die wahrscheinlich kleinste Glühlampe der Welt haben Forscher der Universität von Kalifornien in Los Angeles zusammengebastelt. Ihr Glühfaden ist ein einziges, superdünnes Kohlenstoffnanoröhrchen, das nur 100 Atome breit ist. Wenn das Minilämpchen angeschaltet ist, kann man gerade noch so einen winzigen Lichtpunkt ausmachen. Für Otto-Normalverbraucher ist diese Lampe zwar unbrauchbar, für die Grundlagenforschung dafür sehr interessant. Das Team um Physiker Chris Regan veröffentlichte seine
Ergebnisse im Mai 2009 in der Fachzeitschrift "Physical Review Letters".
Energiesparlampe ersetzt Glühbirne: Worauf muss man künftig achten? >
Von der kleinsten zur größten: Die größte Glühlampe der Welt steht im Bayerischen Wald. Die Glasmacher von JOSKA Kristall in Bodenmais formten eine Riesenleuchte. Sie ist 70 Zentimeter hoch und hat einem Durchmesser von 54 Zentimeter. In Bodenmais hat man offenbar eine Vorliebe für Weltrekorde, denn hier entstanden unter anderem auch der größte mundgeblasene Bierkrug aus Glas, das größte Weißbierglas, die größte Glasmurmel und die größte mundgeblasene Christbaumkugel der Welt
Der "Heatball": ein hitziger Protest
Das Glühlampenverbot ist ein kontrovers diskutiertes Thema. Seine Gegner glauben nicht, dass es der Umwelt nützt. Ein besonders kreativer Protest ist das
Heatball-Projekt. Der findige Essener Maschinenbauingenieur Siegfried Rotthäuser und sein Schwager Rudolf Hannot begannen 2010, Glühlampen als Heizelemente zu deklarieren und als "Heatballs" zu verkaufen. Denn in der Tat wird 95 Prozent der Energie einer Glühlampe als Wärme abgestrahlt, nur fünf Prozent wird zu Licht umgewandelt. Die Behörden schoben zwar einen Riegel vor, die Protestkünstler kämpfen trotzdem weiter für ihre Sache.
Viele Menschen können sich noch gar nicht vorstellen, zukünftig auf Glühlampen verzichten zu müssen. Aber nicht nur in unserem Alltag hatte das Leuchtmittel bisher einen festen Platz. Auch in ganz anderem Kontext stößt man auf die Birne: So wie im Logo der türkischen Partei AKP (Adalet ve Kalkınma Partisi), deren Parteivorsitzender der türkische Ministerpräsident Erdoğan ist. Dort leuchtet einem eine große Glühlampe entgegen.
Ein "erleuchteter Fußballgott"
Was die wenigsten wissen: Auch Fußballlegende Pelé hat etwas mit der Glühlampe zu tun. Er heißt eigentlich Ed(i)son Arantes do Nascimiento – und das nicht zufällig. Der Vater des brasilianischen Fußballidols gab ihm den Vornamen zu Ehren des Erfinders der Glühlampe Thomas Alva Edison.
Wobei die Frage: "Wer hat die Glühlampe erfunden?" gar nicht so leicht zu beantworten ist. Edison beansprucht zwar für sich, Erfinder der Glühlampe zu sein, uneingeschränkt richtig ist das aber nicht. Unbestritten meldete Edison das Patent an, entwickelte die Glühlampe zur Marktreife weiter und sorgte mit der richtigen PR-Arbeit dafür, dass sie auch der breiten Öffentlichkeit bekannt wurde. Aber die Erfindung im technischen Sinne kann er sich nicht auf die Fahnen schreiben. Denn die erste funktionstüchtige Glühlampe stellte der aus Deutschland stammende Uhrmacher und Optiker Heinrich Göbel schon im Jahr 1854 her. Erst 1879 stellte Edison seine "Erfindung" der Öffentlichkeit vor.