Hallo, Deluxe112!
Gestern hat es einen Teil meiner Antwort weggeblasen, keine Ahnung warum. Hatte aber keine Lust mehr zu vervollständigen, weil ich mich über Deinen post richtig geärgert habe. Wenn Dein Personalrat Deiner Meinung nach aus Sackpfeifen und Vorteilsnehmern besteht respektiere ich Deine Meinung. Kann ja sein.
ABER: Das Märchen vom guten Personalrat, wie Du es formulierst, ganz allgemein und pauschal, empfinde ich als Käse.
Ich sitze da nämlich mitten drin und kann ganz gut beurteilen, was Personalratsmitglieder so tun müssen und welcher Druck auf die Kolleginnen und Kollegen wirkt.
Sowohl vom Arbeitgeber, als auch von Arbeitnehmern. Meine Kolleginnen und Kollegen sind zwar auch nicht von Fehlern frei (ich auch nicht, ich ärgere mich auch über Fehlentscheidungen, die getroffen worden sind, ich zerrupf mich, wenn ich merke, dass der PR mal wieder von AG-Seite gelöffelt worden ist usw,), aber die ganz überwiegende Masse der mir bekannte Personalräte (und ich kenne aufgrund meiner langjährigen Tätigkeit als PR und Gwewerkschafter eine ganz schöne Menge!) kämpft für die Belange der Beschäftigten. Ich kenne kaum einen, der dabei nur mit Wattebäuschen um sich wirft. Ich kenne aber viele Kolleginnen und Kollegen, die Karrierenachteile haben, die ständig Ärger mit Ihren Vorgestzten haben, wenn Sie Personalratsaufgaben wahrnehmen, die sich eine Abrödeln, weil Ihre Aufgaben eben nicht in dem Umfang gesenkt werden, wie diese Kolleginnen und Kollegen Personalratsaufgaben wahrnehmen. Und ich kenne auch PR-Mitglieder, die bespitzelt worden sind, denen übel nachgeredet wurde, deren Toilettenzeiten aufgezeichnet wurde, denen die Telefone abgeklemmt wurden. Das macht ein AG nicht weil hier die Vorteilsnehmer im PR so nett zum AG sind!
Ich verstehe aber durchaus, wenn Du dich über Deinen Personalrat geärgert hast, andererseits finde ich es aber saublöd Deine persönliche Erfahrung so zu "posten", als wären alle Personalräte nur im eigenen Interesse im Personalrat und würden sich nur um ihre eigenen Belange kümmern. Das trifft es einfach nicht.
So, jetzt habe ich mich ausgeschleimt, werden wir halt dann mal wieder sachlich:
Wenn Du dich im Arbeitsrecht gut auskennst, wärst Du doch jemand für den Personalrat in Deiner Behörde! Das Du Dir nix gefallen lässt; umso besser! Schreiben und formulieren kannste auch; klasse! Solche Leute sind für einen PR wirklich wertvoll! Ich rate Dir einfach an, Dich aufstellen zu lassen und den "Sumpf" bei Deiner Behörde trocken zu legen. Ich habe zwar keine Ahnung, welche Organisation oder welche Gewerkschaft Deinen PR dominiert, aber es gibt immer einen Gegenpart. Also wenn ver.di bei Dir die Masse der PR steht, wende Dich an KOMBA oder umgekehrt! Und wenn es keine Gewrkschaften im PR gibt, dann wende Dich an eine der Gewrkschaften, um dir eine Plattform zu schaffen.
Die nächste PR-Wahl kommt bestimmt und wenn Dein PR wirklich so schlecht ist, wirst Du auch eine ganze Menge Kolleginnen und Kollegen finden, die Dich unterstützen werden.
mfg
Ralf Zeisel